Es war dunkel, doch das störte Aidan nicht im geringsten. Als Wolf war er perfekt angepasst an jegliche Art von Störfaktoren, die die Natur einem boten und für Menschen teilweise verhängnisvoll waren.
Er witterte Beute, einen prächtigen Hirsch, verfolgte dessen Spur und freute sich schon insgeheim auf die riesige Mahlzeit, die ihm bevorstand.
Doch dann änderte der Wind seine Richtung und ein Gestank der Hass in ihm auflodern ließ umgab Aidan, wie eine Zange.
5 Vampire, hungrig und äußerst Angriffslustig versperrten ihm den Weg. Verdammt, dachte er, und ich hab mich so gefreut, endlich meine Ruhe zu haben!
In seinem Körper starteten unaufhaltsam Automatismen, die in seiner Lage eigntlich sich zu seinem Nachteil entwickeln könnten. Tiefes Knurren, Zähne fletschen und die eindeutige Körperhalten, die den Vampiren unmissveständlich klar machte, was Aidan dachte: Kommt nur her, ich bin in Stimmung!
Doch dann meldetete sich wieder sein Verstand mit Unsicherheit, denn wie sollte ein Wolf alleine es gleichzeitig mit 5 wütenden Vampiren aufnehmen? Er verfluchte sich dafür, dass er keinem Rudel angehörte, sondern den Lone Wolf darstellte, einen Einzelkämpfer. Er musste den Hass runterschlucken, seine Gedanken ordnen und in der Abwehrposition bleiben, die er eingenommen hatte, um alle Vampire so gut wie möglich im Auge zu behalten.
Dann machte er langsam und ruhig einen Schritt rückwärts, um sich von ihnen zu entfernen. Sein Herz hämmerte gegen seinen Brustkorb und das Adrenalin rauschte durch seine Adern, während er sich weiter zurückzog und dem Reflex widerstand, einfach anzugreifen. Ihm war nicht ganz klar, wie es zu dieser Begegnung hatte kommen können, hatte er unwissentlich die Grenze überschritten oder waren diese Vampire einfach nur Eindringlinge?
Bald hatte diese Frage für ihn mehr Priorität, als der Wille sie zu töten oder der Hirsch auf den er sich so gefreut hatte.